Musikgeschichte in der Stadt Halle ist nicht denkbar ohne die Robert-Franz-Singakademie. Der im Jahr 1814 gegründete Chor ist nach der Berliner Singakademie eine der ältesten Chorvereinigungen dieser Art in Deutschland.
Der Schwerpunkt des heute ca. 70 Sängerinnen und Sänger umfassenden
Chores liegt in der Aufführung chorsinfonischer Werke. Die
Robert-Franz-Singakademie ist seit 1953 mit der heutigen
Staatskapelle Halle eng verbunden. Mit ihren traditionellen und überaus
erfolgreichen Konzerten
zur
Passionszeit, zum Totensonntag, zur Weihnachtszeit und zum
Jahreswechsel ist die Robert-Franz-Singakademie ein fester
Bestandteil des halleschen Musiklebens.
Die Robert-Franz-Singakademie wird von Frank-Steffen Elster geleitet.

Weihnachtsoratorium 2010, Marktkirche Halle (Bild: Fotostudio
Wege)
Die Robert-Franz-Singakademie ist eine der ältesten bürgerlichen Chorvereinigungen Deutschlands. Es war kein Geringerer als August Hermann Niemeyer, der, beeindruckt vom Wirken der Berliner Singakademie, 1808 den Vorschlag machte, in Halle ebenfalls einen solchen Verein zu gründen. Die Singakademie wurde schließlich, nach dem Ende der Befreiungskriege, 1814 von Johann Friedrich Naue gegründet, der sich als Universitätsmusikdirektor um eine Neuordnung des Halleschen Musiklebens verdient machte.
Mit Robert-Franz
(*1815, †1892), dessen Namen die Singakademie seit 1907 trägt, übernahm
im Jahre 1842 eine bedeutender Musiker die Leitung der
Singakademie. Als Chorerzieher
führte er den Chor mit geradezu fanatischem Eifer, machte ihn zu
einem bedeutenden Kulturträger der Stadt Halle und auch
deutschlandweit bekannt. Von persönlicher Tragik gezeichnet ist das
Ende dieser Ära: Robert Franz musste die Leitung der Singakademie aus
gesundheitlichen Gründen - sein Gehörleiden gipfelte in Taubheit -
aufgeben. Er blieb dem Chor aber noch mehrere Jahrzehnte als treuer
Freund und
Berater verbunden.
Unter Felix Voretzsch kam es zu einer Spaltung der Singakademie und der Gründung der "Neuen Singakademie" unter seiner Leitung. Die alte Singakademie fand in Otto Reubke einen erfahrenen Chorleiter, der mit seinem eigenen Gesangsverein in die Singakademie übertrat und diese zu einem die modernen Anforderungen an Konzertaufführungen erfüllenden Ensemble machte.
Beide Singakademien bestanden bis in die 1920er Jahre hinein
nebeneinander und wetteiferten mit ihren Aufführungen gegeneinander.
Der inzwischen in Robert-Franz-Singakademie umbenannte alte Chor wählte 1911 nach der Pensionierung Reubkes Universitätsmusikdirektor Alfred Rahlwes zum Nachfolger, der das Ensemble über mehr als drei Jahrzehnte auf künstlerisch hohem Niveau und auch in schweren Zeiten zusammenhielt.
Wechselvoll waren die Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, denn insgesamt zehn Chorleiter standen bis 1995 an der Spitze des Chores, der 1953 an das Staatliche Sinfonieorchester Halle (seit 1991 Philharmonisches Staatsorchester Halle, heute Staatskapelle Halle) angeschlossen wurde.
In den Jahren seit 1991 bestritt die Singakademie gemeinsam mit dem halleschen Klangkörper zahlreiche Konzerte. Mit Gastspielen in anderen deutschen Städten und im Ausland machte sich der Chor auch außerhalb der Landesgrenzen einen Namen.
1999 erhielt der Chor die 1950 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftete Zelterplakette für Verdienste um die Pflege des deutschen Liedgutes.
Im Herbst 1995 übernahm mit Gothart Stier wieder ein herausragender Chorerzieher und Dirigent die künstlerische Leitung des Chores. Seine sehr persönlich geprägten Interpretationen machten die Konzerte der Robert-Franz-Singakademie zu viel besuchten Ereignissen im Halleschen Musikleben.
In der Spielzeit 2010/2011 wurden die Konzerte abwechselnd von
Gothart Stier als Gastdirigent und auf Probe von Frank-Steffen Elster
geleitet. Mit dem Weihnachtsoratorium 2011 und anschließender
feierlicher Verabschiedung endeten mehr als 15 Jahre gemeinsamer Arbeit
mit Gothart Stier.
Inzwischen ist Frank-Steffen Elster der neue künstlerische
Leiter.
Der Chor ist seit 1990 Mitglied im Verein deutscher Konzert Chöre (VdKC).
Weitere interessante Informationen über die Robert-Franz-Singakademie Halle können Sie in einem Artikel auf Wikipedia.de finden, bei dessen fleißigen Autoren sich der Chor an dieser Stelle herzlich bedankt!
Robert-Franz-Singakademie Halle - Chorgeschichte