Robert Franz Singakademie Halle

Kritiken und Presseberichte

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 24. Dezember 2002:

Steigerung mit viel Strahlkraft

Das Weihnachtsoratorium

Von unserer Mitarbeiterin
MANUELA SCHREIBER

Halle/MZ. Am vierten Adventssonntag ließ sich nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt manches Schnäppchen machen. Auch die Philharmonie mit der Robert-Franz-Singakademie und dem Solistenquartett Katherina Müller (Sopran), Saskia Klumpp (Alt), Marcus Ullmann (Tenor) und Mario Hoff (Bass) unter dem Dirigat Gothart Stiers hielt in der Händel-Halle ein besonderes Schmankerl einschließlich kostenloser Dreingaben bereit: Alle sechs Kantaten von Bachs Weihnachtsoratorium konnten in einem zweiteiligen Konzert samt musikalisch-tänzerischem Intermezzo erlebt werden.

Adventliches Programm
Es wurde also der seltene Umstand ermöglicht, die genialen, überwiegend aus weltlichen Kantaten umgeschriebenen Oratorienteile an einem Stück und mit großer Schlusssteigerung zu erleben. Etwas also, das dem Menschen der Bach-Zeit unmöglich war. Überraschend nutzten dennoch nur relativ wenige Zuhörer diese so seltene Gelegenheit. Da frei gewählt werden konnte, ob man alle sechs Kantaten oder nur jeweils drei hören wollte, ergab sich nach der ersten Hälfte eine große Fluktuation. Den Ausharrenden und Neuankommenden wurde die Zeit mit Imbiss und einem adventlichen Programm aus historischen Tänzen (Konservatorium Halle), lieblichem Chorgesang (Jugendchor der Stadt Halle) und festlicher Bläsermusik (Mitglieder der Philharmonie) versüßt.

Seltene Kostbarkeiten
Nach den ansprechend soliden ersten drei Kantaten, die seitens der Tenorpartie eine echte Überraschung an edlem Wohlklang bereithielt, war in der vierten Kantate doch die lange Pause zu spüren. Konzentration und Frische kehrten aber bald zurück, so dass die leider nur selten zu hörenden Kostbarkeiten an Arien, Rezitativen, Ensembles und Chören als Ereignis begriffen werden konnten. Die Altistin legte in ihre Szenen echte Dramatik. Heitere Wärme strahlte der Sopran aus, und der Bassist sang schnörkellos und raumgreifend,

Großen Anteil an der Steigerung zum Schluss hin hatte der vom Opernhaus Halle kurzfristig eingesprungene Trompeter Tobias Willner. Sein energetisches und kompromisslos-virtuoses Spiel in der letzten Kantate riss Orchester und den stets gut disponierten Chor mit sich und verlieh dem schmetternden Finale bewegende Strahlkraft.

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