Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete im Januar 2003:
Händel-Halle
Philharmonie und Singakademie überzeugten
Von unserem Mitarbeiter
CLAUS HAAKE
Halle/MZ. Beethovens Neunte Sinfonie genießt unerschöpfliches Interesse - besonders, wenn sie als Abschied vom alten und Willkommensgruß zum neuen Jahr erklingt. Auch diesmal lauschte am Silvesterabend das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Händel-Halle in spannungsvoller Aufmerksamkeit des Komponisten Ideen von Frieden und Humanität. Die spürbare Gemeinschaft von Bühne und Saal beflügelte das Philharmonische Staatsorchester, die Robert-Franz-Singakademie (Einstudierung Gothart Stier) und ein Solistenquartett unter der Leitung von Johannes Fritzsch zu hoher Leistungsbereitschaft und Ausstrahlung.
Berührende Schönheit
Glänzend aufgelegt musizierte das Orchester flexibel, in
ausdrucksvoller Dynamik und bestechender Transparenz, die vor allem den
Holzbläsern und Hörnern viel Gelegenheit zu berührender Klangschönheit
gab. Fritzschs Interpretationskonzept war ganz auf die Verwirklichung
der
Gesamtarchitektur gerichtet: von den dramatischen Impulsen des ersten
Satzes, die in leisem Ton etwas matt
gerieten, bis zum gewaltigen vokalen und instrumentalen Finale. Nach
dem rasant drängenden Scherzo
inspirierte der Dirigent das Orchester im Adagio zu einem
Friedensgesang, von wunderbarem Fluss und
faszinierender Emotionalität.
Glanzvolle Leistung
Der Chor - wesentlicher Akteur des Finales - bot mit prächtiger
Stimmkultur auch der höchsten Töne, Homogenität und Präzision eine
glanzvolle Leistung. Fraglich bleibt jedoch, ob die zunächst im
Stechschritt daherkommende Freudenmelodie den Intentionen Beethovens
entsprach. Romelia Lichtenstein (Sopran), Cornelia Dietrich (Alt),
Donald Litaker (Tenor) und
Ralf Lukas (Bau) meisterten ihre bekanntermaßen rücksichtslos
komponierten Partien mit Ausdruckskraft und Bravour, im Quartettgesang
wie in den Soli von
Tenor und Bass.
In einer solchen, von Begeisterung erfüllten wie Begeisterung auslösenden Aufführung mochte Beethovens Hohelied der Menschlichkeit manchen Hörer zum Nachdenken über Heutiges anregen.

Prächtige
Stimmkultur:
Die Mitglieder der Robert-Franz-Singakademie
boten in
der Händel-Halle eine glanzvolle Leistung.
Robert-Franz-Singakademie Halle - Kritiken