Robert Franz Singakademie Halle

Kritiken und Presseberichte

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete am 25. November 2008:

Wunderbar geführte Singakademie

Chor und Staatskapelle begeistern in der Marktkirche nicht nur mit dem Mozart-Requiem

Von Helen Hahmann

- Die rechte Hand - verlängert durch den zerbrechlich schmalen Dirigierstab - in exakten Bewegungen am Körper geführt. Der linke Arm des Dirigenten Gothart Stier holt weit aus und zieht mächtige Kreise, fährt nach vorn, visiert die Singakademie an und hält mit der geöffneten Handfläche nach oben die Spannung des "Amen", mit dem das Miserere c-Moll von Johann Adolf Hasse endet. Die Vertonung des 51. Psalms mit virtuos ausgeschmückten Gesangspartien stand am Totensonntag in der Marktkirche im Schatten des zentralen Werkes des Abends: Mozarts Requiem.

Hauchdünn und spannungsreich führen die Tonschritte der Fagotte und Bassethörner das Publikum ins Requiem hinein. Stier legt die flache Hand an den Mund, als das Thema des Introitus erklingt. Die Geste verbildlicht das Erschrecken und die menschliche Ohnmacht über den Tod. Der Funke springt über auf den Chor - erweitert um den Schkeuditzer Singkreis - und provoziert eine ergreifende musikalische Interpretation, die ihren intensiven Höhepunkt im Lacrimosa findet, dem bekanntesten Satz des Werkes. Ein förmlich glühender Chor, dem die Freude am Musizieren anzuhören ist.

Die Staatskapelle brilliert an diesem Abend mit ausgezeichneten Bläsern - hier seien besonders die Posaunen gelobt - und mitreißenden, engagierten Streichern. Die Solostimmen des gefühlvoll ausgewogenen Satzes sind mit jungen Sängern besetzt, denen die Hand Stiers bedeutete, dass es keiner künstlerischen Zurückhaltung bedarf. Den Sopran sang Anli Sasaki. Weiterhin waren Anna-Clara Carlstedt (Alt) und der Hallenser Stephan Heinemann (Bariton) zu hören, beide Absolventen der Musikhochschule Leipzig. Glänzend die zupackenden Stimm-Einsätze des Tenors Alexander Schafft, dessen musikalische Laufbahn im Stadtsingechor begann und ihn dann bis zum Abschluss der Dresdner Musikhochschule führte.

Dem energischen, vitalen Dirigat Stiers und den hellwachen, auf den Punkt konzentrierten Musikern ist die ausdrucksstarke, dynamisch differenzierte Interpretation zweier kirchenmusikalischer Werke zu verdanken, die ein erfolgreiches Benefizkonzert in einer ausverkauften Marktkirche ermöglichten.

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